18.04.2008

Wie lange schon hatte ich vor, einmal den Eybl Tower zu besteigen. Es zumindest zu versuchen. Bei jeder Opirunde oder jedesmal wenn wir zum Merkur oder Lidl einkaufen gefahren sind. Immer habe ich zu Gerli gesagt, dass wir da einmal rauf müssen.

Durch unsere Leistungen in der Halle vor zwei Tagen angespornt, war heute der große Tag gekommen.
Wir mussten sowieso zum Einkaufen. Dabei haben wir das Auto schon ganz beim Intersport geparkt. So waren wir schnell dort, als der Einkauf verstaut war.

Jeden Freitag gibt es nämlich die Möglichkeit, zwischen 16 und 17 Uhr auf den Eybl Tower zu klettern. Laut Aushang sollen die Routen Schwierigkeitsgrade zwichen VI+ und VII- aufweisen. Und es schaut auch wirklich wild aus.

Auch wenn ich nicht glaubte, es bis ganz nach oben zu schaffen, habe ich mich trotzdem in die lange Warteschlange eingereiht. Vor mir waren viele Kinder. Ich hatte schon Sorge, ob ich überhaupt drankommen würde.

Aber die Kinder haben nicht lange gebraucht. Sie sind meist nicht sehr weit gekommen, so dass die Warteschlange schnell immer kürzer wurde.
Ein Mädchen hat es dann aber doch bis zum Gipfel geschafft. Wirklich eine tolle Leistung.

Endlich war ich dann dran (es war sogar schon kurz nach 17 Uhr). Obwohl ich jetzt schon etwas aufgeregt war, hat das Einbinden gut funktioniert:

Der Einbindeknoten sitzt

Ein letzter Check, Helm auf und schon ging es los. Die Leihschuhe hatten einen tollen Grip und schnell war der erste Absatz erreicht:

eine tolle vertikale Leiste

Auch das Stück zum nächsten Absatz war nicht so schlimm. Ich hatte immerhin bei einigen Vorkletterern die Möglichkeit des Routenstudiums genützt.

Danach kam dann die Schlüsselstelle. Eine überhängende, sehr kleingriffige Stelle. Spätestens hier sind fast alle anderen gescheitert. Bei der erfolgreichen Vorgängerin hatte ich gesehen, dass sich die Crux rechts an der Kante umgehen ließ. Also habe ich auch diesen Weg gewählt. Auf dem Bild habe ich die Stelle schon fast gemeistert:

in der Schlüsselstelle

Danach ging es recht zügig weiter. Der Kunstfels war angenehm griffig-rauh und bot viele kleine und versteckte Leisten und Griffe.

Kurz vor dem Gipfel ging es etwas weiter nach rechts auf einen Klemmblock. Dieser verbindet die beiden Gipfel des Eybl Tower:

nach rechts zum Klemmblock

Noch ein kleines Stück entlang der Kante und das Ziel war erreicht:

das Ziel im Blick

„Zu” und Ablassen waren dann reine Routine.
Es war ein tolles Gefühl, es geschafft zu haben. Ich muss aber sagen, dass die Einschätzung meines Kletterpartners, dass es sich eher um eine IV+ als eine VI handelt, wohl stimmen dürfte. Es ist zwar äußerst steil und teilweise überhängend. Aber der Fels ist sehr griffig und man findet immer genügend kleine Leisten, Tritte und Griffe.

Jetzt bin ich auf den Geschmack gekommen. Vielleicht kann man sich ja auch einmal an einer anderen Route versuchen? Ich werde es jedenfalls probieren, denn der nächste Freitag kommt bestimmt!

Alle Bilder vom heutigen Tag findest du hier (20 Bilder).